Presseberichte zur Weilbacher Kerb 2004



vom 24.08.2004

Die Kerb ist wieder im Ort
Weilbacher honorieren mit ihrem guten Besuch Ideen der Kerbeborsch

Fotos: Daniel Schleidt

WEILBACH "Wie man´s macht, so macht man´s falsch". Marcus Reif schaute in den Himmel und hoffte, dass sich das Wetter zu ihren Gunsten wenden würde. Es hatte geregnet, und es war kalt. Im vergangenen Jahr herrschten in Deutschland zur Weilbacher Kerb hochsommerliche Temperaturen.

35 Grad heiß war es an dem Tag, als in Weilbach der Kerbetanz als Höhepunkt des Kirchweih-Festes stattfinden sollte. Bei derartigem Wetter verliefen sich nur 35 zahlende Gäste in die Weilbachhalle und setzten den Negativtrend der vergangenen Jahre fort, wonach immer weniger Besucher zum Kerbetanz kamen.

"Es musste was passieren", sagte Marcus Reif, der Vorsitzende des Weilbacher Kerbeborschvereins 6091 Weilbach rückblickend. Schließlich ging der Verein mit einem Minus von rund 3000 Euro aus den Veranstaltungen heraus, weil der Gickelschlag am Haus am Weilbach, der in den Jahren zuvor zumindest ein wenig schwarze Zahlen geschrieben hatte, komplett verregnet war.

Ergo gingen die Kerbeborsch in Klausur. "Wir haben uns zwei Tage in Aschaffenburg eingeschlossen", so Reif, dort wurden neue Konzepte diskutiert. Die Idee einer Zeltkerb wurde bald verworfen, weil der einzige vorstellbare Stellplatz neben der Weilbachhalle gewesen wäre. Also trat Plan B in Kraft: Die Kerb wurde verlegt. Und so findet in diesem Jahr die erste Weilbacher Kerb unter freiem Himmel statt.

Dadurch ist der Verein jedoch erst recht dem Wetter ausgesetzt, was sich am Samstag negativ bemerkbar machte und Marcus Reif zu zitiertem Fazit veranlasste. Denn statt über 30 zeigte das Thermometer knappe 15 Grad an, immerhin regnete es am Samstag Abend nicht mehr. Somit war der Kerbetanz am Haus am Weilbach, mitten im Weilbacher Ortskern, ordentlich besucht.

"Unser erstes Ziel haben wir damit erreicht", sagte Reif zufrieden: "Wir haben mehr Leute erreicht als früher." In der Tat nahmen viele Weilbacher die Tatsache, dass die Kerb unter freiem Himmel und an zentraler Stätte keinen Eintritt kostet, zum Anlass, um der Veranstaltung einen Besuch abzustatten. "Hier sind Leute, die habe ich ewig nicht mehr gesehen", meinte Kassierer Alex Becker.

Schon beim Fassbieranstich durch den Ersten Stadtrat Leo Fercher waren die Bänke gut besetzt, weshalb die zehn Kerbeborsch um Kerbevadder Dominic Dienst den Abend fröhlich und stimmgewaltig eröffneten. In diesem Jahr gehören keine Frauen der Truppe an, was nicht heißt, dass mit dieser neueren Regelung gebrochen werde. "In Zukunft werden sicherlich auch wieder Mädels dabei sein", glaubt Reif. Zudem seien die Frauen unerlässliche Helferinnen hinter den Kulissen. "Das sind gut 20 Leute, die uns helfen, ohne die Thekendienste", zählte Alex Becker auf.

Die Fahrgeschäfte befinden sich weiterhin am alten Platz an der Weilbachhalle, wo am Sonntag auch der traditionelle Kerbeumzug durch Weilbachs Straßen begann, der am Haus am Weilbach endete. Die Schausteller seien nicht sehr begeistert gewesen vom Umzug, erklärte Reif, "aber die haben früher auch nie Rücksicht auf uns genommen". Reif erwartet vielmehr, dass langfristig eine kleine Kerb mit einigen wenigen Buden und einem kleinen Karussell am Ortsmittelpunkt entsteht, ähnlich wie in Wicker.

Nun hat sich der Verein wegen der fehlenden kalkulierbaren Einnahmen aus Eintrittsgeldern erneut einem Risiko ausgesetzt, das aber von der Bevölkerung belohnt zu werden scheint. Auch zum Frühschoppen am Sonntag Vormittag im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst kamen zahlreiche Besucher.

"Ich glaube, wir haben das Maximum herausgeholt", sagte Reif. Die Bühne, auf der am Samstag Abend die "Candies" für Stimmung sorgten, ist die Ladefläche eines Lkw, damit dieser möglichst schnell wieder weggefahren werden kann, um den Anwohnern die Zufahrt nur möglichst kurze Zeit zu versperren. Zudem muss die Musik ab Mitternacht ausgeschaltet bleiben, damit die Nachtruhe gewährt wird.

Nach dem Frühschoppen, der heute erstmals von den Kerbeborsch selbst veranstaltet wird, dem Gickelschlag ab 18 Uhr und der Beerdigung am Dienstag wollen die Kerbeborsch ein Fazit ziehen, ob sich der Umzug finanziell rechnet. Aber zu einem vorzeitigen Schluss kam Marcus Reif bereits am Sonntag Morgen: "Gelohnt hat es sich auf jeden Fall." Die Kerb ist wieder im Ort, spricht mehr Leute an - und ist damit auf einem guten Weg, langfristig zu überleben.

Quelle:
Main-Spitze

Erschienen:
24.08.2004

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vom 24.08.2004

Nur der Vergnügungsplatz an der Weilbachhalle fristet ein Schattendasein
und ist nun überflüssig

Neuanfang für die Kerb ist bisher gelungen

Weilbach. Der unermüdliche Verein «Kerbeborsch 6091 Weilbach» hat es geschafft – er hat mit einem rundum erneuerten Konzept eine verstaubte Tradition wieder aufpoliert. Wer sich jetzt fragt, wie das Fazit angesichts eines relativ ruhigen Kerbeabends am Haus am Weilbach bei kühlen Temperaturen, die im Oktober normal gewesen wären, so ausfallen kann, muss die Hintergründe betrachten.

Vor genau einem Jahr waren die Macher unter den 110 Mitgliedern des Kerbevereins am Boden zerstört. Zum x-ten Male war es während des angestammten Termins im August verdammt heiß, und zum wiederholten Male wollten sich nur ein paar Dutzend Weilbacher zum Höhepunkt des Festes, dem Kerbetanz, in die Weilbachhalle begeben. Das Ergebnis – trotz eines wie immer gut besuchten Gickelschlages – am Abschlusstag war für die Organisatoren niederschmettert: ein Minus von mehreren tausend Euro in der Kasse.

Der letzte Befreiungsschlag der «Kerbeborsch 6091 Weilbach» war die Verlegung des Festes unter freien Himmel. Das heißt in Zahlen: nochmals einen vierstelligen Betrag vorschießen. Geld, das in der Vereinskasse in diesem Maße nicht vorhanden ist. Zu etlichen Genehmigungen für den Ausschank von Getränken, für die Verlängerung der Sperrstunde, für die gestrige Luftballon-Aktion bei der Deutschen Flugsicherung, den Kosten für die Band «Candies» plus Gema-Gebühren, die Umzug-Kapelle und das Kerbeheft für alle Weilbacher Haushalte kamen diverse Versicherungen und Mieten für den Platz sowie Alt- und Neubau des Hauses am Weilbach dazu.

«Die Kerb ist es wert», sagt der Vereinsvorsitzende Marcus Reif, ohne zu zögern. Das Risiko schien sich wegen des ungemütlichen Wetters anscheinend nicht bezahlt zu machen. Schon zur Einstimmung der etwas anderen Art auf die Kerb, dem Open-Air-Kino mit dem Oscar-prämierten Film «Fluch der Karibik», kamen am Freitag über 100 Gäste, die sich eben etwas wärmer angezogen hatten. Und nachdem am nächsten Tag der 20 Meter hohe Kerbebaum ordentlich gestellt worden war, verdreifachte sich beim ersten Kerbetanz mit freiem Eintritt trotz unbeständigem Wetters und wenig Überdachung die Besucherzahl im Vergleich zu den vergangenen Jahren.

Sicher, es hätten immer noch mehr als gut 200 Besucher sein können. Aber Fakt ist, dass es der Verein geschafft hat, das Bewusstsein für die Kerb bei den Weilbachern zu schaffen. Das ist das Ziel, und «irgendwie Null auf Null rauszukommen», wie es Reif ausdrückte. Dafür schoben auch die Mitglieder von befreundeten Vereinen wie die Gemütlichkeit und Germania ehrenamtlich Dienst. Das ist Ehrensache, immerhin helfen die Kerbeborsch unter anderem beim großen Maskenball, den die beiden Vereine stets mit der Freiwilligen Feuerwehr ausrichten.

Der Vorsitzende der Gemütlichkeit, Bernd Flach, verzichtete zu Gunsten des Kerbevereins auf seinen Kerbefrühschoppen, so dass es heute von 10 Uhr an am Haus am Weilbach eine zusätzliche Einnahmequelle für die engagierten Veranstalter gibt. Plus natürlich dem Gickelschlag um 18 Uhr. Mit dem wird die Kerb und deren Einnahmen- und Ausgabenbilanz stehen und fallen.

Mehrere Kleinigkeiten gab es für den Ausrichter zu verschmerzen: Erstmals seit Jahren waren unter den zehn aktiven Kerbeborsch um den 18 Jahre alten Kerbevadder Dominic Dienst, für die Erster Stadtrat Leo Fercher gekonnt den Fassanstich vornahm, keine Mädchen. Vandale beschädigten die überdimensionale Strohpuppe aus drei 300-Kilogramm-Ballen am Ortseingang gleich am ersten Tag nach der Installation. Für den Kerbeumzug, der extra kürzer als sonst von der Weilbachhalle zum Haus am Weilbach geplant wurde, interessierte sich erneut kaum jemand. Und die Kerbeschausteller an der Halle beschwerten sich über die Verlegung der Kerb. Was den Kerbeverein aber nicht sonderlich kümmert – der Vertrag mit den Beschickern läuft über die Stadt Flörsheim. «Wenn es nach uns ginge, würden ein paar kleine Buden ähnlich wie in Wicker am Kerbeplatz reichen», erklärt Marcus Reif. Wie dem auch sei: Ein Neuanfang ist gemacht. Jetzt muss für die Weilbacher Kerb im geänderten Format nur noch der Wettergott Petrus mitspielen.

Quelle:
Höchster Kreisblatt

Erschienen:
24.08.2004

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vom 24.08.2004

Der Kerb neues Leben eingehaucht
Volksfest: Experiment der Kerbeborsch hat sich trotz des schlechten Wetter bewährt


FLÖRSHEIM. „Jetzt ist die Kerb wieder da, wo sie hin gehört“, meinten einige Besucher der Weilbacher Kerb, die sich über die Verlegung der Veranstaltungen von der Weilbachhalle zurück in den Ortskern freuten. Die „Kerbegesellschaft 6091“ wählte in diesem Jahr erstmals das Haus am Weilbach als Mittelpunkt ihrer Veranstaltungen, die allesamt unter freiem Himmel und ohne Eintritt stattfanden.
Der Blick auf den freien Himmel bescherte den Organisatoren aber nicht immer ungetrübte Laune. Regengüsse und Temperaturen nahe der zehn Grad ließen Befürchtungen aufkommen, dass die zehn aktiven Kerbeborsch die Eröffnung des Kerbeplatzes vor leeren Tischen und Bänken vornehmen mussten. Doch rechtzeitig riss gegen 20 Uhr die Wolkendecke auf und die Band „Candies“ konnte den fröstelnden Besuchern einheizen. Schnell füllte sich der Platz um das Haus am Weilbach und das Fest wurde zu einem gelungenen Großereignis. Brennende Fackeln entlang des Weilbachs, Birkenzweige, Lichter- und Luftballonketten in den Kerbefarben lila und gelb sorgten für ein besonderes Flair auf dem Platz.

Mit Leiterwagen, Kerbefahne und lauten Kerbegesängen marschierten die zehn aktiven Kerbeborsch um Kerbevatter Dominic Dienst auf den Platz auf. Erster Stadtrat Leo Fercher stach das Apfelweinfass an, womit der erstmalige Open-Air-Kerbetanz offiziell eröffnet war. Bis in die frühen Morgenstunden feierten dann die Besucher, die sich oft in Winterjacken gehüllt hatten, um den eisigen Temperaturen zu trotzen.

Bereits am Freitagabend hatte die Weilbacher Kerbegesellschaft eine gelungene Veranstaltung durchgeführt. Das Open-Air-Kino mit dem Überraschungsfilm „Fluch der Karibik“ ließ Kinder, Jugendliche und Erwachsene gebannt auf die Leinwand starren. „Es ist einfach kein Vergleich zur Weilbachhalle. Das Ambiente ist gemütlicher und bei den sonst üblichen hochsommerlichen Temperaturen war es in der Halle nicht auszuhalten. Jetzt muss man halt eine dicke Jacke anziehen“, meinte Markus Reif.

Mit dem Wechsel in den Ortsmittelpunkt sind die Kerbeborsch auch fast wieder zu ihrem ursprünglichen Veranstaltungsort zurückgekehrt. Bis Mitte der 80er Jahre fanden nämlich sämtliche Kerbeveranstaltungen im alten Ortskern rund um die Gaststätte „Rose“ statt. Der Kerbebaum stand am Eingang der Gaststätte und in der „Krotteeck“, wie der Bachabschnitt zwischen Weilbacher Schloss und „Rose“ genannt wird, wurden damals schon echte Kerbefreundschaften geschlossen und so manch ein Grundstein für eine Ehe gelegt.

Das Nachsehen haben in diesem Jahr lediglich die Schausteller, die mit ihren Buden und Fahrgeschäften in der Schulstraße in Nähe der Weilbachhalle verbleiben mussten. Die Schausteller möchten nach der Kerb nach einer neuen Lösung suchen, denn so abgelegen vom eigentlichen Geschehen rentiere sich das Geschäft kaum noch.

Am Sonntag schlängelte sich nach dem ökumenischen Gottesdienst auf dem neuen Festplatz und dem Frühschoppen der Kerbeumzug durch den Ortskern. Der sich anschließende Kerbekaffee wurde wieder zugunsten der Kinderkrebshilfe durchgeführt.

Heute (23.) gehen die Kerbefeierlichkeiten mit Frühschoppen und Gickelschlag am frühen Abend weiter.

Quelle:
Rüsselsheimer Echo

Erschienen:
24.08.2004

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