Presseberichte zur Weilbacher Kerb 2005


vom 22.08.2005

Dem holprigen Auftakt folgt ein gut besuchter Samstagabend

Langsam kommt die Kerb in Weilbach wieder auf Touren


Von Thorsten Remsperger

Weilbach. Die «Samstagabend-Show» begann um Viertel nach acht. Als «Moderatoren» fungierten die Kerbeborsch, als Live-Band die «Candies», «Stargast» war Erster Stadtrat Leo Fercher – und ein Blick auf die «Einschaltquoten» verdeutlichte schon beim Start den Erfolg der Veranstaltung. Über 200 Weilbacher plus eine kleine Kolonie von Marxheimer Kerbeborsch füllten beim Open-Air-Kerbetanz wie schon im vergangenen Jahr bei der Premiere den Platz um das Haus am Weilbach – bestimmt fünf Mal so viele Leute wie einst in der Sport- und Kulturhalle, als viele die Kerb schon für tot erklärt hatten.

Die Ansprache und der zielsichere Fassanstich von Fercher waren zwar reichlich unspektakulär und die Kerbeborsch nicht nur wegen ihres heiseren Kerbevadders Pascal Schäfer sehr leise, doch einem gelungenen Abend stand dank der angenehmen Witterung nichts im Wege. Vergessen war der etwas holprige Kerb-Auftakt am Freitag, als etwa 60 Gäste wegen des starken Regens nicht mehr viel vom «Vermächtnis der Tempelritter» auf der Filmleinwand mitbekamen – immerhin hatten die Leute unter der neuen, rund 30 000 Euro teuren Überdachung der Stadt im hintern Teil des Platzes im Trockenen gesessen. In Erinnerung blieb dem veranstaltenden Verein Kerbeborsch 6091 Weilbach leider auch die Schlägerei, die mit einer gebrochenen Nase und dem Eintreffen der Polizei endete. «Finanziell können wir uns das eigentlich nicht leisten, aber wir müssen uns langsam damit auseinander setzen, einen Sicherheitsdienst für die Kerb zu beschäftigen», sagte Vereinsvorsitzender und «Geburtstagskind» Marcus Reif am Samstag, der zum Glück ruhig verlief. Rein gar nichts können auch die Kerbeborsch für Sachbeschädigungen im Fallbrunnenweg, die wohl Gäste der Kerb in der Nacht von Freitag auf Samstag vorgenommen hatten. «Davon distanzieren wir uns, das ist uns extrem peinlich», betonte Reif. Von dessen Verein sind an den vier Kerbetagen die Hälfte der Mitglieder, also rund 60, im Einsatz. Unterstützung erhalten die Kerbeborsch 6091 von der Gemütlichkeit und Soma – «damit wir selbst auch einmal feiern können», so Reif. Das taten die jungen Leute gestern beim verlängerten Frühschoppen und der Luftballon-Aktion für Kinder – erstmals ganz ohne Kerbeumzug, den aber kaum jemand so richtig vermisste. Heute, 22. August, ist nach dem nächsten Frühschoppen ab 10 Uhr sowie Kaffee und Kuchen ab 14 Uhr gegen 18 Uhr der beliebte Gickelschlag angesagt, auch der kleine Vergnügungspark an der Weilbachhalle hat nochmals geöffnet, ehe die Kerb nach einem Fackelzug am morgigen Dienstag um 20 Uhr «beerdigt» werden wird.

Weil sich die Veranstalter inzwischen auf ihr Publikum verlassen können, haben die Kerbeborsch 6091 aber schon jetzt den nächsten Höhepunkt angekündigt: Als «Dankeschön an Weilbach für die Unterstützung in den letzten zehn Jahren» (Reif) wird der Verein die überregional bekannten Rockbands «Rodgau Monotones» und «Quietschboys» am 11. März in die Weilbachhalle holen.

Quelle:
Höchster Kreisblatt

Erschienen:
22.08.2005

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vom 22.08.2005

Am Nachmittag steht der Baum fast wie eine Eins

Weilbach. In ihrem Kerbeheft haben die Kerbeborsch 6091 Weilbach sogar gemutmaßt, dass es bei der Uralt-Tradition eine Verbindung mit den germanischen Göttern gibt. Nun ja – für das Fest der Kirchweih, in hiesigen Gefilden «Kerb» genannt, wird der Kerbebaum zwar nicht heilig gesprochen oder ähnliches – er ist jedenfalls als Erkennungszeichen unabdingbar. An jedem Anfang der Kerb steht deshalb das Aufstellen des Baumes. Dafür nehmen die Kerbeborsch am Samstag einige Strapazen in Kauf:

- 7 Uhr oder etwas später: Die Nacht war kurz, trotzdem schaffen sich die Verfechter der Tradition irgendwie an das Haus am Weilbach, um sich – von Dieter Dörhöfers Traktor gezogen – auf einem Anhänger gen Flörsheimer Stadtwald zu begeben.

- Gegen 7.45 Uhr: Die zwölf jungen Männer legen mit einigen erfahrenen Kräften des Kerbevereins am geschlagenen Nadelbaum Hand an und wuchten ihn mit vereinten Kräften auf den Anhänger. Dafür gibt’s zur Belohnung auch ein zünftiges Frühstück.

- 9 Uhr: Weil der Apfelwein knapp geworden ist, raffen sich die Kerbeborsch mit letzter Kraft ganz spontan zum «Äppelwoi-Rugby» auf. Wer sichert sich die letzte volle Flasche? Nach einem Kampf auf Biegen und Brechen sowie einer zerrissenen Jeans endet das rohe, körperbetonte Spiel unentschieden.

- Kurz vor 11 Uhr: Die Männergruppe hat, dank einsichtiger Autofahrer, nach problemloser Rückfahrt den 20 Meter langen Stamm mit hübsch gleichmäßig gewachsener Krone neben die Metzgerei Press gelegt. Einigen vergeht aber kurzzeitig der Spaß, als der Kreislauf eines Kerbeborschs nicht mehr mitspielt, der Krankenwagen gerufen werden muss und der Kamerad zur Sicherheit im Höchster Hospital durchgecheckt wird.

- Punkt 12 Uhr: Ein roter Kran aus Mainz, von der Stadt Flörsheim bezahlt, fährt vor dem Haus am Weilbach in Position. Die Hilfe der modernen Technik zum Hochhieven des inzwischen mit einem Kranz und farbigen Krepp-Bändern geschmückten Baumes ist seit Ende der 80er Jahre aus Sicherheitsgründen notwendig.

- 12.20 Uhr: Kerbevadder Pascal Schäfer «segnet» die Kerbepuppe Lisbeth mit Apfelwein – um danach mit seinen Kumpels, scheinbar völlig erschöpft, in Lethargie zu verfallen. Den Rest übernehmen die Helfer vom Kerbeverein 6091.

- 12.25 Uhr: Das Maskottchen, die sehenswerte Puppe des katholischen Kindergartens (im Blümchenkleid, mit Strohhut, blonden Zöpfchen, roten Schühchen und einer Sonnenblume auf dem Schoß) wird mitsamt ihrem Stuhl an den Stamm genagelt. Der Baum wird vom Kran hochgezogen, Andreas und Heiko Dörhöfer sowie Jens Schmidt lenken das Stammende ins dafür vorgesehene Loch im Asphalt. Die etwa 100 Schaulustigen sind zufrieden.´

- 12.48 Uhr: Nachdem durch das Fixieren durch viele Holzkeile der Baum definitiv nicht mehr umfallen kann, versuchen die Helfer, die in der Mitte des Stammes befestigte Hebevorrichtung mit Seilen herunterzuziehen. Auch Steigeisen, um nach oben zu kraxeln, bringen nicht den erhofften Erfolg. Erst mit dem Aufstellen einer Leiter wird das Problem gelöst.

- 13.30 Uhr: Die Kerbeborsch sind zwar schon fast eingeschlafen, aber der Baum steht wie eine Eins. Sogar ziemlich gerade. (rem)

Quelle:
Höchster Kreisblatt

Erschienen:
22.08.2005

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vom 22.08.2005


Weilbacher Kerb mit vielen Überraschungen

Spontaner Umzug, aber noch keine Hammelversteigerung / Konzert mit Rodgau Monotones im März 2006

Während Kerbevadder Pascal Schäfer (links) die Besucher begrüßt, zapft Erster Stadtrat Leo Fercher fleißig Apfelwein.
Foto: Jäger
WEILBACH "In Weilbach da is´ Kerb!" - Bereits zum zehnten Mal feiern die "Kerbeborsch 6091 Weilbach" das Volksfest, dass am Freitagabend mit einem Überraschungsfilm auf dem Kerbeplatz begann. Rund 60 Besucher begaben sich gemeinsam mit Nicholas Cage auf Schatzsuche in dem Hollywood-Streifen "Das Vermächtnis der Tempelritter".

Nach diesem spannenden, aber doch geruhsamen Auftakt am "Haus am Weilbach" ging es am Samstag bereits um 7 Uhr in Richtung Raunheimer Wald, um dort den bereits unter der Woche gefällten Kerbebaum abzuholen und nach Weilbach zu transportieren. 20 tatkräftige Weilbacher meisterten diese Aufgabe, so dass pünktlich um 12 Uhr mit dem Aufstellen begonnen werden konnte. Mit Hilfe eines Krans gelang es den Kerbeborsch, den Baum mit der Kerbepuppe "Lisbeth" innerhalb von knapp zwei Stunden in eine aufrechte Position zu bringen und an seinem vorbestimmten Platz zu fixieren.

Offiziell eröffnet wurde die Weilbacher Kerb um 16 Uhr von den zwölf Kerbeborsch um Kerbevadder Pascal Schäfer. Ab 18.30 Uhr spielte die Band "Candies" auf, die mit einem bunt gemischten Repertoire für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hatte. Pünktlich um 20.30 Uhr dann der große Auftritt für die Kerbeborsch: Die Fahne schwenkend marschierten die jungen Burschen auf dem Kerbeplatz zu den Klängen von "Kerbeborsch sind lust´sche Brüder" ein. Erster Stadtrat Leo Fercher besorgte in souveräner Manier den Fassanstich und zapfte im Anschluss fleißig den Apfelwein.

Obwohl Kerbevadder Pascal Schäfer sich nur noch krächzender Weise verständigen konnte, ließ er es sich natürlich nicht nehmen, die rund 350 Besucher auf dem Kerbeplatz zu begrüßen. Danach hieß es erst mal "Prost, Prost, Kamerad", wobei Leo Fercher unter Beweis stellte, dass er nicht nur ein Fass anstechen kann, sondern gleichfalls ausgesprochen trinkfest ist. "Das kann ich auch", erwiderte er die Aufforderung, den "Äppler auf ex" zu trinken, und leerte sein Glas in einem Zug.

Ein kleines Ständchen gab es noch für den Ersten Vorsitzenden der Kerbegesellschaft, Marcus Reif, der am Samstag seinen 31.Geburtstag feierte und vom Kerbevadder ein kleines Präsent überreicht bekam. Als Überraschung kündigte das Geburtstagskind zu fortgeschrittener Stunde an, dass die Kerbegesellschaft im nächsten Jahr, wenn sie ganz offiziell "Zehn Jahre Kerbeborsch 6091 Weilbach" feiert, "Weilbach ein Konzert schenkt" mit den Quietschboys und der hessischen Kultband Rodgau Monotones. Stattfinden wird das Ganze am 11.März 2006 in der Weilbachhalle.

Von dieser Nachricht erfreut, feierten die Weilbacher noch bis tief in die Nacht. Leider wurde der eigentlich rundum gelungene Abend getrübt von den Aussetzern eines Wickerer Kerbeborschs, der unter anderem einige Auto-Außenspiegel beschädigte und die Scheibe einer Telefonzelle eintrat. Seine Wickerer Kollegen - die sich alle "sehr gut verhalten hatten", wie der Zweite Finanzvorstand der Kerbeborsch, André Bauer, betonte - versuchten noch, ihn daran zu hindern, jedoch ohne Erfolg. Die Polizei konnte den Übeltäter aber glücklicherweise stellen und in Gewahrsam nehmen.

War der Wettergott den Veranstaltern am Samstag noch freundlich gesinnt, zeigte er sich am Sonntag nicht mehr so gnädig und bescherte den Weilbachern ein eher durchwachsenes Wetter. Der ökumenische Gottesdienst auf dem Kerbeplatz unter der Leitung des evangelischen Pfarrers Christoph Wildfang und seines katholischen Kollegen Lorenz Eckardt ging noch trocken über die Bühne, im Anschluss setzte allerdings der Regen ein. Hier bewährte sich das erstmalig aufgestellte Zeltdach, für das sich Reif und Bauer noch einmal ausdrücklich bei der Stadt bedankten.

Über den mäßigen Zuspruch beim Frühschoppen-Konzert der Band "Funtastic" freute sich wohl nur einer: Hammel "Swörni". Der hatte "noch einmal Schwein" und wurde wegen mangelnden Besuchern nicht versteigert. Möglicherweise muss er aber heute dran glauben, dann soll die Hammelversteigerung nämlich unter Umständen nachgeholt werden. Der eigentlich abgesetzte Kerbeumzug wurde zur Überraschung aller am Sonntag spontan von den Ex-Kerbeborsch von 1985 initiiert, die sich der Tradition verpflichtet fühlten und gutgelaunt durch die Straßen zogen.

Quelle:
Main-Spitze

Erschienen:
22.08.2005

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vom 22.08.2005

Den Kerbeborsch versagt die Stimme

Weilbacher Volksfest: Pannen auch beim Aufstellen des riesigen Kerbebaums

WEILBACH. Es lief zwar nicht immer alles perfekt, aber es lief, könnte das Fazit der zweiten Weilbacher Open-Air-Kerb rund um das Haus am Weilbach sein. Das Baumstellen beispielsweise begann am Samstag mit einer lustigen Fahrt in den Flörsheimer Wald, wo der mächtige Stamm auf den Langholzwagen geladen wurde. Kaum im alten Ortskern angekommen, wurde die Aufstellaktion von einem epileptischen Anfall eines Mitgliedes des Kerbevereins überschattet. Der Betroffene wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und zur Beobachtung ein paar Tage dabehalten.
Die Baumschmückaktion ging nach dem Vorfall dann eher gemächlich voran. So halfen sogar kleine Kinder den Kerbeborsch beim Anbringen der bunten Bänder. „Mama ich hab den Kerbebaum geschmückt“, erzählte die kleine Laura dann stolz ihrer Mutter. Viele der jungen Kerbeborsch zeigten sich zu diesem Zeitpunkt weniger aktiv. Mit den Händen in den Hosentaschen und müdem Blick schauten sie oftmals den erfahrenen Vereinsmitgliedern bei der Arbeit zu. Das Team der Erfahrenen brachte den Baum schließlich auch sicher ins Aufstellloch und sicherte den grünen Riesen mit zahlreichen Holzkeilen.

Das nächste Problem trat auf, als das Aufstellseil des Kranes wieder vom Baum gelöst werden sollte. Das ausgedachte Patent mit dem Herunterziehen der Schlinge durch ein weiteres Seil funktionierte nicht. So sollte ein Kerbehelfer mit Steigeisen den Baum erklimmen, um die festgezogene Schlinge zu lösen. Der mächtige Baum hatte für die Steigeisen jedoch einen viel zu dicken Stamm, so dass auch dies nicht klappte. Eine große Leiter musste her und die Kerbeborsch lösten die schweren Eisenketten vom Seil.

Das Problem war gelöst, doch hatte sich das Baumstellen mächtig in die Länge gezogen, und auf dem Platz rund um das Haus am Weilbach war für den abendlichen Kerbetanz noch einiges zu tun. Bis zum Auftritt der Band „Candies“ waren jedoch alle Arbeiten erledigt und dem Open-Air-Kerbetanz stand nichts mehr im Weg. Erster Stadtrat Leo Fercher stach das Apfelweinfass an, wobei die ersten Tropfen des Stöffchens wegen des nicht zugedrehten Zapfhahnes davon flossen.

Die elf aktiven Kerbeborsch zeigten sich nicht mehr ganz so aktiv, denn Kerbevatter Pascal Schäfer kämpfte mit seiner heiseren Stimme um jedes Begrüßungswort. Für die traditionellen Kerbelieder reichte die Kraft bei den jungen Burschen dann aber nicht mehr.

Das Wetter zeigte sich von besserer Seite als noch am Vortag, als der Filmabend am Haus am Weilbach wegen der Regenschauer nur von einer kleineren Gästeschar besucht wurde.

Zu späterer Stunde war beim Kerbetanz auch die Tanzfläche gefüllt und es wurde bis in den frühen Morgen gefeiert. Am Sonntag ging es früh mit den Vorbereitungen für den ökumenischen Gottesdienst los. Auf katholischer Seite musste Pfarrer Lorenz Eckardt wegen einer Beschwerde aus der Gemeinde für diesen Gottesdienst sogar eine ausdrückliche Genehmigung des Bischofs einholen. Nachdem der Bischof dem ökumenischen Gottesdienst jedoch zugestimmt hatte, konnten Katholiken und Protestanten den Kerbegottesdienst gemeinsam am Haus am Weilbach feiern.

Für viele Gottesdienstbesucher war der anschließende Frühschoppen ideale Gelegenheit für das sonntägliche Mittagessen. Beim Kerbekaffee am Nachmittag schauten viele Senioren vorbei und die Kinder hatten mit dem Luftballonwettbewerb Spaß. Heute geht die Kerb mit einem weiteren Frühschoppen am Haus am Weilbach weiter und um 18 Uhr beginnt der Gickelschlag mit dem traditionellen Fleischwurstessen.

Für die Weilbacher war es die zehnte Kerb unter der Organisation des Kerbevereins „6091“. Das Jubiläum soll 2006 mit einem Konzert gefeiert werden. So kommen die „Rodgau Monotones“ am 11. März in die Weilbachhalle. Als Vorgruppe spielen die „Quietschboys“.

Quelle:
Rüsselsheimer Echo

Erschienen:
15.07.2005

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